07.09.2010

Der Lösung näher – oder Beitrag zum Chaos?

 

Wie viele Sportkameraden wohl an einer Lösung des Problems suchen – ich weiß es nicht.

Eines mutmaße ich jedoch: diejenigen die sich für die 100/200Kugel stark machen – und quer legen, zerbrechen sich nicht den Kopf.

Aber auch die sollten die nachfolgenden Zeilen studieren und sich dann Gedanken machen.

 

1. Was wollen wir

Unser Streben gilt unseren Sport in der Gesellschaft zu etablieren – so dass er anerkannt wird – dazu gehört auch die Platzierung in den Medien (an erster Stelle Print). 

 

2. Was tun wir dafür

Zurzeit liegen wir gegenseitig im Streit  – mehrere Lager stehen sich gegenüber:

a) die 100Wurf Fraktion

b) die 200Wurf Hardcorespieler

c) die 100/200 Wurf mit Wertungssystem

d) die Partei der 120 Wurf willigen

e) und Bundesligen bis zum abwinken (wer nicht Bundesliga spielt.....der hat das Geld nicht......)

f)  und ..und ......

 

3. Was sollten wir tun?

 

a) Als erstes muss unser Sport einfach gehalten werden – weg mit den Unterschieden der Wurfzahlen.

Dafür spricht ein ganz wichtiger Punkt:

Wir wollen als Sportler anerkannt werden und meinen, dazu müssen 200 Würfe getätigt werden – falsch.

 

An welchen Sportarten oder zeitlichen Argumenten wollen wir uns hier orientieren?

Ein 100m-Lauf dauert ca. 11 Sekunden, ein 400m-Lauf ca. 50 Sekunden, unser so geliebter Fußballsport dauert 2 x 45 Minuten bei 15 Minuten Pause und 22 Akteuren, so und jetzt Kegel mit 100, 120 oder 200 Wurf ist ein Spieler ohne Pause bis zu  90 Minuten sportlich aktiv !!!! Eine Mannschaft  dann bis zu 5 Stunden. Wer will denn das sehen? Sind wir damit sportlicher?

Wenn jetzt jeder denkt, dass alle den Keglern nur wegen der Spieldauer und der tollen gebotenen Ausdauer Anerkennung zollen, so ist er auf dem Holzweg. Wer selbst nie gespielt, kennt die Belastung nicht, wird sich mehr über die lange, zu lange Spielzeit ermüdend auslassen. So wird das nie was.

 

Ach und wo ist die so oft gepriesene Präzision beim Kegeln? Sind wir doch 90 Minuten voll auf Genauigkeit trainiert. Leider, leider verpufft dieses Argument bei einer Kugel mit über 40 km/h in der Bauerngasse und doch noch erzielten 7 LP. Ach ja, da haben wir doch noch weitere 199 Wurf. Da wird Genauigkeit zum Gesetz der großen Zahl.

Habe ich aber nur einen, zwei oder drei Wurf und Treffe immer mein Ziel, dann ist das etwas Besonderes. Gassenzwang oder Nährungsfaktor, ach nee, ......lieber fette Kegel, Rutschmittel auf dem Vierpaß und eine doppelte Schlagbande ( ups, pfui, verboten ) und die Kegel fallen beim Husten der Anfeuerungsrufe egal wie

Nehmen wir Biathlon,...ab in die Loipe und zum Schießen drei Schuss pro Auflage.

Bei uns .....Unbeteiligte Zuschauer rümpfen die Nase, wenn da ein verschwitzter Sportler, voll bandagiert  nach 1 1/2 Stunden von der Bahn kommt und durch das Lokal wandelt – so deutlich muss das gesagt werden.

 

Unser Sport ist einfach, glauben wir.

Da wir ja so einen einfachen Sport haben, müssen wir keinem erklären, was, wer und wann wer gewonnen hat. Fehleinschätzung ! Zudem: Eine einfache Anzeige mit Name der Mannschaft und Spieler fehlt bei uns noch immer. Gibt es am Markt ja nicht.....am Markt vor 20 Jahren.

 

So sollten wir uns endlich auf 60 oder 100 Wurf einigen. Weniger ist mehr.

 

b) Als zweites muss die Mannschaftsstärke reduziert werden – die Spieldauer ist für Zuschauer, die nicht Sportkegler (Angehörige) sind, zu lange.

Bei 100 Wurf und sechs Spielern dauert ein Punktspiel ja nur 2 ½ Stunden ( wenn 4 Bahnen zur Verfügung stehen...  das ist nicht immer gegeben... ) und bei 200 Wurf knappe 5 Stunden. Wer das nicht will, ist aus sportlicher Sicht eine Lusche. Man stelle sich vor, ein Fußballspiel dauert 5 Stunden. 5 Stunden geteilt durch 22 Spieler, nee, so darf nicht gerechnet werden. Ein spannendes Fußballspiel über 5 Stunden wäre doch ein Hingucker. Ein spannendes Kegelspiel über 5 Stunden, naja, leider kommt die Spannung mit viel Glück und Ausgeglichenheit erst auf der letzten Bahn. Da kann der Zuschauer noch ins Kino gehen und erst zur letzten Bahn ausgeruht sich ankündigen. Aber wichtig: Vorher frage ich aber mal, ob das Ergebnis nicht schon zu eindeutig ist.

 

Mal ehrlich: Eine Bahn gespielt, kurz, knapp, spannend.

 

c) Auf jeden Fall auf komplizierte Wertungspunkt und dgl. verzichten. Die Totalisatoren zeigen auf, wer in Führung liegt.

 

Totalisatoren sind bei uns Relikte aus vergangener Zeit. So mit Videoleinwand, Namen, Ergebnissen und was nicht allem, wollen wir den Zuschauer nicht belasten. Lieber soll er selbst etwas Rechnen und nachdenken. Dafür hat er ja dann auch 3 Stunden Zeit. Muss er ja auch bei den 120 Wurf-Schauspiel die Wertungspunktevergabe erst mal verstehen. Bis zur letzten Bahn - wenn er denn weiß, wann diese gekommen ist - haben wir den Zuschauer endlich so weit, die tollte Spannung zu fühlen und auch zu errechnen. Ja, rechnen kann er dann auch, hat er Dank Kegeln gelernt.

 

Wertungspunkte: Tolle Sache. Dann aber einfach, nachvollziehbar und vorgerechnet auf einer schönen Ergebnisanzeige.

Wenn nein, ist nur der gefallene Kegel einfach (und der wird elektronisch gezählt. Welch Wunder der Technik.......vor 20 Jahren).

 

 

Und die Lösung:

Schauen wir doch mal über den Tellerrand hinaus!

Holen wir uns Anregungen beim Bowling!

 

z. B. 4 Starter – über 4 Bahnen je Bahn 15 Wurf – oder wie oder was?

Und dann zählen wir die gefallenen Kegel – einfach, narrensicher, durchschaubar – und Zuschauerfreundlich.

Also drehen wir den Satz: warum nicht einfacher wenn es auch umständlich geht!