15.01.2012
von Hermann Kob:

Tag der Entscheidung
DKBC-Präsidium abgewählt
Beim Streit im Lager der Kegler zwischen den Befürwortern der international gespielten 120er-Distanz und den Gegnern, die bei den Männern den 200er-Modus und bei den Frauen den 100er-Modus beibehalten wollen sind die Würfel gefallen. Durch Abwahl des amtierenden Präsidiums des Deutschen Keglerbundes Classic ist nun der Weg frei für die 120er-Distanz im gesamten Bundesligabereich. Unter dem neuen Präsidenten Jürgen Franke, Thüringen, werden im März in der in Berlin stattfindenden Classic-Konferenz die Weichen gestellt.
Nicht abgewählt werden konnte der Kaiserslauterer Karl Welker, der als stellvertretender Sportdirektor keinen Sitz im Präsidium hat. Er arbeitet weiter in der Strukturkommission zur Neustrukturierung der Ligen für die Saison 2013/2014.
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Dies war die Ausgangsbasis
Außerordentliche Classic-Konferenz in Schnelldorf

Beim seit 2004 andauernden Streit innerhalb des Deutschen Keglerbundes Classic die international gespielte 120er-Distanz flächendeckend in der Bundesrepublik durchzusetzen gab es erneut eine Eskalation. Das Treffen der Landespräsidenten am Montag, 12. Dezember in Berlin bei dem in einer gemeinsamen Aussprache versucht werden sollte die Gräben zu überwinden liesen die fünf Landesverbände Thüringen, Berlin, Sachsen-Anhalt, Württemberg und Brandenburg platzen. Wortführer Kurt Wilke, Präsident des Landesverbandes Brandenburg teilte den Delegierten kurz und bündig mit: ,,Dass das Präsidium sofort geschlossen zurücktreten könne.“ Seine Drohung untermauerte er mit der Aussage, daß diese fünf Landesverbände bereits einen Antrag zur Abhaltung einer außerordentlichen Classic-Konferenz zur Abwahl des Präsidiums unterzeichnet haben, da eine weitere Zusammenarbeit sinnlos sei. Ziel der fünf Rebellen ist künftig eine eingleisige Ligenstruktur nach dem internationalen Wurf- und Wertungssystem anzustreben. Die traditionellen 200er- und 100er-Distanzen dürften dann lediglich in den Landesverbänden gespielt werden. Nach dem aktuellen Stand verfügen die Befürworter der Abwahl über 13 Stimmen gegenüber 31 der der Landesverbände Baden, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz. Sachsen, Südbaden und Westdeutscher Keglerverband.
Dazu sagt der Frankenthaler Jürgen Dämgen, DKBC-Vizepräsident und Präsident des Landesverbandes Rheinland-Pfalz. ,,von abwählen lassen kann keine Rede sein. Wir müssen natürlich versuchen unsere Stimmen zusammenzuhalten. Dies wird aber sehr schwer da in Bayern der DKBC-Präsident Fred Altmann in seiner Funktion als Präsident des Landesverbandes Bayern von der 120er-Fraktion abgewählt wurde und dadurch die Bayern eventuell die Seiten wechseln könnten.“
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Die Meinungen von 13 davon betroffenen Mannschaften des Landesfachverbandes Rheinland-Pfalz eV. Sektion Classic
(Die Umfrage wurde bereits im Dezember durchgeführt.)
Männer
TuS Gerolsheim (Bundesliga)
Jürgen Staab, Sportwart
Wir stehen weiterhin zum 200-Wurf -Spiel gar keine Frage.
Ich, beziehungsweise wir alle vom TuS Gerolsheim sind es eigentlich Leid sich an diesen Spekulationen und Schuldzuweisungen seit Jahren zu beteiligen. Wir wollen ganz schlicht und einfach nur KEGELN!!!!
Wenn es eine Umstrukturierung irgendwann mal geben sollte müssen wir uns überlegen wie wir uns verhalten werden, aber solange da noch nichts konkretes auf dem Tisch liegt sollen die gerade so weitermachen wie schon seit vielen Jahren auch . . .
Uwe Köhler, TuS Gerolsheim I, Mannschaftskapitän
Wir haben die Frage ja eigentlich vor dieser Saison klar beantwortet, indem wir uns für 200 Wurf entschieden haben. Daran hat sich auch nichts geändert.
Was passiert, wenn wirklich die 200 Wurf auf Bundesebene abgeschafft werden würden, kann ich heute noch nicht sagen, aber das hoffen wir nicht, weil es dazu keinen Grund gibt. Wir wollen auf jeden Fall kegeln.
Der Vergleich von Wien ist mit der heutigen Regelung umgesetzt und die international ambitionierten Spieler können sich einen entsprechenden Verein aussuchen. Man könnte also einfach Deutschland in Ruhe kegeln lassen.
Ganz vom Sport abgesehen habe ich auch aus demokratischer Sicht große Probleme damit, wenn eine Minderheit um NBC-Präsident Schweikhard der Mehrheit ein System aufdiktieren will. Hauptsächlich liegt es auch daran, dass viele es Leid sind ihre Zeit als Funktionär im Kegeln weiter zu opfern und das nutzt die 120-Wurf- Minderheit aus, indem sie sich in den Landesverbänden ausbreitet. Wie das jetzt ausgeht werden wir sehen.
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TSG Kaiserslautern (2. Bundesliga West)
Markus Wagner, Pressewart
Ich habe mich bei unseren sportlich Verantwortlichen umgehört und wir kommen auf folgenden gemeinsamen Tenor:
In der Vergangenheit hatten viele unserer Spieler ein eher negative Einstellung zum neuen 120-Wurf-System. Das hing auch damit zusammen, dass die Politik zur Einführung des Systems eher desaströs war. Nachdem der erste Vorschlag keine Mehrheit fand, wurde immer wieder, häufig auch mit recht plumpen Methoden versucht, Kegel-Deutschland das 120-Wurf-System überzustülpen. Letztlich gab und gibt es keine sachlichen Gründe, das den Keglern lieb gewordene 100 / 200-Wurf-System zu ersetzen.
Diese Diskussionen haben die Kegler in zwei Lager gespalten. Wir haben zwei Bundesligen mit zwei Deutschen Meistern, eine 120-Wurf-Bundesliga, die nicht immer mit 10 Mannschaften antritt, die vielen Diskussionen um die Einführung oder Nichteinführung eines neuen Spielsystems – das hat dem Kegelsport geschadet.
Weltweit wird heute das 120-Wurf-System gespielt. Auf Weltmeisterschaften darf man nur spielen, wenn im Heimatverein 120-Wurf gespielt werden (was ist das für ein Wahnsinn?).
Wir gehen davon aus, dass das 100 / 200-Wurf-System zukünftig nicht mehr gespielt wird. Die 120-Wurf-Befürworter setzen sich am 14. Januar 2012 durch und zumindest auf Bundesebene wird das neue System eingeführt. Ob und wie die Landesfachverbände das regeln werden, bleibt abzuwarten. Um weitere, dem Kegelsport schadende Diskussionen zu vermeiden, sollte dann das neue System auch in den unteren Ligen gespielt werden. Allerdings – so habe ich gehört – werden nicht alle Landesfachverbände die dann neue Bundesregelung übernehmen.
Es wäre Unfug, sich gegen das neue, dann erzwungene Spiel-System zu wehren. Was bleibt uns übrig? Wir haben junge, hoffnungsvolle Talente im Verein, denen wir keinesfalls die sportliche Zukunft verbauen wollen. Auch wenn wir unsere Saisonziele nicht erreichen werden, haben wir weiterhin große Ziele und möchten uns auf lange Sicht in den Bundesligen sportlich betätigen. Und das geht eben nur dann, wenn wir das vorgegebene System akzeptieren und mitspielen.
Wie auch immer die Entscheidung zum Spielsystem ausfallen wird, wir sind dabei. Wir werden auch das 120-Wurf-System sehr ernst nehmen und versuchen, auch dort sportlich erfolgreich zu sein. Wir waren immerhin schon einmal dritter Deutscher Pokalsieger im 120-Wurf-System.
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KV Mutterstadt (2. Bundesliga West)
Wolfgang Lenz, Geschäftsführer
So wie die Fragestellung für mich ausfällt, werden alle Vereine, die dem DKBC angehören so spielen wie die Durchführungsbestimmungen lauten, egal in welchem Land in unserer föderalistischen Republik sie ihren Spielbetrieb ausüben. Nach fast acht Jahren Entscheidungsinkompetenz in den Führungsetagen hängt mir dieses Thema zum Hals raus. Ich denke, als Verein wollen wir nach so einer langen Zeit wissen wie gespielt wird!!!!! . . und fertig.
Selbstverständlich möchte ich damit nicht sagen, dass alle anderen nicht weiterdiskutieren dürften. Bitte gerne nochmals acht Jahre oder länger. Aber wenn man als Verantwortlicher (u.a . Jugendbetreuer/Trainer, Sportwart/in) in einem Verein, den sowieso schon nicht übermäßig vorhandenen Jugendlichen keine Perspektive anbieten kann, erledigt sich diese Sache irgendwann sowieso von selbst.
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KSV Kuhardt (3. Bundesliga Nord)
Markus Wingerter, Vorsitzender
Unsere Denkweise im Verein ist folgende:
Man sollte „zusammen“ Lösungen finden, und sich nicht gegeneinander über Jahre hinweg selbst zerfleischen.
Ich glaube es geht eigentlich nicht nur um das Spielsystem, sondern hauptsächlich um persönliche Sachen und dies sollte nicht über den Köpfen von den Sportler/innen ausgetragen werden die etliche Stunden in der Woche mit Herz und Seele Ihren Lieblingssport leben.
Man sieht doch wo es hinführt und wie es ausgeht, wenn man nicht seinem Herz dabei ist.
Ich möchte mich, auch im Namen des KSV Kuhardt, nicht weiter darüber äußern welches Spielsystem wir bevorzugen, da wir Intern dieses Thema nicht weiter diskutiert haben.
Warten wir mal den 14. Januar 2012 ab was in Schnelldorf beschlossen wird.
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SG Fortuna Rodalben (3. Bundesliga Nord)
Erich Walker, Sportwart
Wir müssen erst einmal abwarten wie die Abstimmung tatsächlich ausgeht. Aber wir spielen auf keinen Fall die 120er-Distanz.
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SG Schifferstadt (3. Bundesliga Nord)
Werner Mayer, Vorsitzender
Unsere Meinung zum 120er-Spiel muß neu überdacht werden. Dazu wollen wir den 14. Januar 2012 noch abwarten. Grundsätzlich soll aber im Land das Spiel über 200 Kugeln möglich sein.
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Post SV Ludwigshafen (3. Bundesliga Nord)
Sven Göhlich, Sportwart
Wir sind eindeutig PRO 200!!!! 120 werden wir höchstwahrscheinlich nicht spielen.
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FRAUEN
ESV Pirmasens (Bundesliga 120)
Klaus-Dieter Wirth, Trainer
Wir sind bisher in der Bundesliga 120 gut mit dem System zurechtgekommen. Dies heißt aber nicht, dass bei einer Ausweitung auch unsere weiteren Mannschaften gewillt sind dieses System zu spielen. Nur so zum Beispiel, eine unserer besten Keglerinnen Sandra Zwanziger ist nicht bereit dazu. Gegenüber der 100er-Distanz haben wir durch dieses für den Zuschauer unübersichtliche Geschehen an Zuspruch verloren. Im Prinzip aber ist es für mich unverständlich, dass der internationale Verband in die Hoheit der nationalen Verbände eingreifen will und diesen einen von der Mehrheit abgelehnten Spielmodus aufzwingen will. Dies gibt es in keiner anderen Sportart.


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TSV Schott Mainz (2. Bundesliga West)
Martina Orth-Helbach, Sportwartin
Also, da es bei uns im Verein keine Einigung gibt, werde ich mich dazu nicht äußern. Ich weis nur, wir werden auch weiter Kegeln ob es mit 100/200 oder mit 120 Wurf weiter geht. (Ich persönlich am liebsten 120 ohne Wertungssystem).
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TuS Gerolsheim (3. Bundesliga Nord)
Sportwart Stefan Pfleger
Wie jeder Kegler verfolge ich diese Auseinandersetzung schon seit ein paar Jahren. Was mich dabei immer wieder überrascht ist das sehr unterschiedlich ausgeprägte Demokratieverständnis in verschiedenen Landesverbänden. In Baden-Würrtemberg spricht der neue Ministerpräsindent von mehr Volksbeteiligung, aber bei den Sportverbänden ist diese Botschaft noch nicht angekommen. Die Vorgehensweise erinnert doch sehr stark an vergangene Zeiten. Offiziell als Sportwart der Damen des TuS Gerolsheim: ;,Wir spielen zur Zeit in der 3. Bundesliga Nord über 6 x 100 Wurf und werden dies auch weiterhin in dieser oder einer höheren Liga tun.“
Falls ein geänderter Spielmodus auf Grund der AOCK verabschiedet werden sollte, werden wir gemeinsam die neue Situation und die Auswirkungen für uns beraten und unsere Entscheidung frühzeitig öffentlich bekanntgeben.
In einer Reduzierung der Mannschaftstärke von 6 auf 4 Spielerinnen können wir aber keine positiven Impulse für den Kegelsport in Deutschland erkennen. Das haben andere Sportarten vor uns versucht, ohne dass es zu zählbaren Erfolgen in der Medienpräsenz, bei den Sponsorenverträgen oder Aufwendungen für den Sportbetrieb gekommen ist.
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SKC Schifferstadt (3. Bundesliga Nord)
Hannelore Neumann, Sportwartin
Wir sind grundsätzlich nicht dagegen. Aber die Wertung mit dem Punktemodus schreckt ab.
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SG Miesau/Brücken (3. Bundesliga Nord)
Monika Hirsch, Sportwartin
Wir wollen natürlich, daß die 100 erhalten bleiben. Aber was können wir daran ändern, wenn es soweit kommt.
Manche überlegen nicht weiter, wie sie sehen können, dann gibt es noch mehr Vereine die aufhören.
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KG Heltesberg (3. Bundesliga Nord)
Carol Roach, Sportwartin
Wir müssen erst einmal abwarten wie die Abstimmung ausgeht. Persönlich bin ich nicht abgeneigt, da unser Training auf der 15-15-er-Basis aufgebaut ist. Was mich stört ist die meiner Meinung nach nicht faire Punktewertung.